Hintergrund

Die Strahlentherapie ist fester Bestandteil moderner onkologischer Konzepte und wird bei ca. 60% der Patienten entweder als alleiniges Verfahren (definitiv) oder auch adjuvant oder neo-adjuvant eingesetzt. Daher kommen Verbesserungen in der radioonkologischen Therapie einem großen Teil der onkologischen Patienten zu gute. In den letzten Jahrzehnten hat dieses Gebiet enorm große Fortschritte gemacht. Prominente Beispiele sind die dreidimensionale Strahlentherapieplanung, die stereotaktische Strahlenbehandlung, die intensitätsmodulierte Radiotherapie und die Strahlentherapie mit Kohlenstoffionen, die alle am Standort Heidelberg entwickelt wurden und das wissenschaftliche Feld international maßgeblich mit geprägt haben.

 

Eine besondere Herausforderung der nächsten Jahre wird darin bestehen, den Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung aus der Molekularbiologie und der Medizinphysik sowie der Fortschritte in der molekularen und funktionellen Bildgebung zu beschleunigen und klinisch zu prüfen. Hierzu ist es notwendig, die Bereiche der Physik, Informatik, Biologie und Medizin inhaltlich noch enger als bisher  miteinander zu verknüpfen und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und deren Translation in die Klinik weiter zu optimieren. Der Standort Heidelberg verfügt hierzu über eine einzigartige Kombination von Forschungseinrichtungen auf diesen Gebieten.

 

Das Heidelberger Institut für Radioonkologie (HIRO) wurde gegründet, um eine noch engere Verknüpfung der Heidelberger Institutionen untereinander und eine komplementäre programmatische Abstimmung zu erreichen. Das HIRO schafft koordinierte Forschungsbereiche ähnlich denen von Sonderforschungsbereichen, die den Übergang von grundlegenden Untersuchungen in die klinische Anwendung erleichtern.